27. September 2026

Braucht die Windbranche noch Messen?

Ein Rückblick auf die WindEnergy 2026

Nach vier Tagen WindEnergy Hamburg stellen wir uns eine Frage, die auf den ersten Blick berechtigt wirkt: Braucht die Windbranche heute überhaupt noch große Messen? Unsere Antwort nach dieser Woche: ja – aber anders als früher.

Videocalls ersetzen viele Geschäftsreisen. Produktinformationen sind jederzeit online verfügbar. Digitale Präsentationen erreichen Menschen auch ohne Messestand. Man könnte also meinen, dass große Branchenmessen ihre wichtigste Zeit hinter sich haben.

Die WindEnergy Hamburg hat uns in diesem Jahr aber etwas anderes gezeigt. Die Bedeutung solcher Messen verschiebt sich: weg von der reinen Produktschau, hin zu einem zentralen Treffpunkt der Branche.

WindEnergy Hamburg 2026 Gespräche

Begegnungen, die digital schwer zu ersetzen sind

Auch an unserem eigenen Stand war das spürbar. Unsere Besprechungsplätze waren über die Messetage hinweg praktisch durchgehend belegt. Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen haben die Messe genutzt – für geplante Termine genauso wie für spontane Gespräche.

Genau diese Mischung macht eine Messe wertvoll. Innerhalb weniger Tage trifft man Menschen, für die es sonst viele einzelne Termine gebraucht hätte. Man begegnet sich zufällig auf dem Gang, kommt spontan ins Gespräch oder vertieft bei einem Kaffee Themen, für die im nächsten Videocall vielleicht kein Raum gewesen wäre. Solche Begegnungen lassen sich nur schwer digital ersetzen.

Zwischen Verunsicherung und Tatkraft

In vielen Gesprächen war in diesem Jahr eine besondere Stimmung zu spüren: eine Mischung aus Verunsicherung und Tatkraft. Politische Prozesse und die Unsicherheiten rund um EEG und EnWG waren an vielen Stellen präsent. Gleichzeitig haben wir viel Willen erlebt, weiterzumachen, Lösungen zu finden und Projekte gemeinsam voranzubringen.

Sichtbar wurde dieses Zusammenrücken auch bei der Fotoaktion von Aktion Wind. Viele Menschen aus der Branche haben dort gemeinsam ein Zeichen für Zukunftsjobs und erneuerbare Energien gesetzt.

Auch abseits solcher Aktionen war dieses gegenseitige Unterhaken spürbar. Viele Gespräche begannen mit Fragen wie: „Wie geht es euch gerade?“ oder „Wie geht ihr mit den aktuellen Herausforderungen um?“ Im persönlichen Austausch entsteht ein Gefühl dafür, welche Themen andere Unternehmen beschäftigen, wo Erfahrungen geteilt werden können und welche Fragen die Branche insgesamt bewegen.

Aktion Wind auf der WindEnergy Hamburg 2026
WindEnergy Hamburg 2026 Team

Ein Gefühl für die Branche

Vielleicht liegt genau darin eine wichtige Funktion solcher Messen. Sie zeigen nicht nur, welche Technologien, Dienstleistungen und Angebote es gibt. Sie geben auch ein Gefühl dafür, wie es der Branche gerade geht. Und dieses Gefühl ist gerade in einer Phase wichtig, in der sich viele Rahmenbedingungen verändern und Unternehmen Entscheidungen unter Unsicherheit treffen müssen.

Nach vier Tagen WindEnergy Hamburg nehmen wir deshalb viel mit: neue Kontakte, vertiefte Gespräche, konkrete Anknüpfungspunkte – und den Eindruck, dass persönliche Begegnungen für die Windbranche weiterhin eine große Rolle spielen.

Braucht die Windbranche also noch Messen?

Aus unserer Sicht: ja. Nicht unbedingt als große Produktschau. Sondern als Ort für Begegnungen, Beziehungen und den Austausch einer Branche, die gerade einiges zu besprechen hat.

Danke an alle, die in dieser Woche bei uns vorbeigeschaut haben.

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