Die virtuelle Generalversammlung 2026 der Prokon eG hat gezeigt: Auch in einem herausfordernden Marktumfeld steht die Genossenschaft wirtschaftlich stabil da – und ihre Mitglieder gestalten den weiteren Kurs aktiv mit. Im Mittelpunkt standen der Jahresabschluss 2025, die Ausschüttung einer Dividende, neue Handlungsspielräume für Erneuerbare-Energien-Projekte sowie der Austausch über die Zukunft der Genossenschaft.

Am 13. Juni kamen die Mitglieder der Prokon eG zur virtuellen Generalversammlung zusammen. Die Versammlung war geprägt von intensiver Debatte, klaren Beschlüssen und dem gemeinsamen Blick nach vorn. Trotz eines der windschwächsten Jahre der vergangenen zwei Jahrzehnte erzielte Prokon 2025 einen Jahresüberschuss von 6,1 Millionen Euro. Die Mitglieder beschlossen eine Dividende von 2,15 Prozent. Insgesamt werden damit rund 5,5 Millionen Euro an die Mitglieder ausgeschüttet.
„2025 war kein einfaches Jahr für die Windenergie“, sagte Vorstandsvorsitzender Henning von Stechow. „Umso wichtiger ist das Signal: Prokon steht wirtschaftlich stabil da. Wir konnten ein positives Ergebnis erzielen, unsere Eigenkapitalbasis stärken und unseren Mitgliedern eine Dividende zahlen.“
Die Generalversammlung ist das höchste Beschlussgremium der Genossenschaft – und damit der Ort, an dem Mitglieder unmittelbar über zentrale Fragen ihrer Prokon eG entscheiden. Neben der Feststellung des Jahresabschlusses 2025 und der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat stimmten die Mitglieder auch wichtigen Kreditermächtigungen nach § 49 GenG zu.
Diese Beschlüsse schaffen wichtige Handlungsspielräume für die kommenden Jahre. Sie ersetzen keine Finanzierung, bilden aber eine Grundlage dafür, neue Finanzierungskonzepte zu prüfen und einen größeren Teil der eigenen Projektpipeline langfristig in genossenschaftlicher Hand zu halten. Damit unterstützen die Mitglieder den Kurs, neue Erneuerbare-Energien-Projekte möglichst selbst zu entwickeln, zu finanzieren und zu betreiben.

Auch die Generaldebatte nahm breiten Raum ein. Die Mitglieder nutzten die Versammlung intensiv für Fragen, Einschätzungen und Diskussionen mit Vorstand und Aufsichtsrat. Dabei ging es nicht nur um wirtschaftliche Kennzahlen, sondern auch um interne Zusammenarbeit, genossenschaftliche Weiterentwicklung, energiepolitische Rahmenbedingungen und die Zukunftsperspektiven von Prokon.

Zum Jahresende 2025 zählte Prokon 41.558 Mitglieder. Das Geschäftsguthaben stieg auf 266,4 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 52,7 Prozent. Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig die breite Mitgliederbasis für die Stabilität der Genossenschaft ist.
„Das Vertrauen unserer Mitglieder ist die Basis unserer Arbeit“, sagte Vorständin Katharina Beyer. „Gerade in einem wirtschaftlich und politisch anspruchsvollen Umfeld zeigt sich die Stärke unseres genossenschaftlichen Modells: langfristiges Denken, gemeinschaftliche Beteiligung und die Bereitschaft, die Energiewende aktiv mitzugestalten.“
Die virtuelle Generalversammlung machte zugleich deutlich, dass Mitbestimmung unterschiedliche Formen braucht. Mit bis zu 340 live zugeschalteten Teilnehmenden war die Beteiligung höher als bei der Präsenzveranstaltung im Vorjahr in Brunsbüttel. Das digitale Format erleichtert vielen Mitgliedern die Teilnahme ohne Anreiseaufwand. Gleichzeitig bleibt der persönliche Austausch ein wichtiger Teil des genossenschaftlichen Gedankens. Deshalb setzt Prokon auch künftig auf ergänzende Veranstaltungsformate, bei denen Mitglieder ihre Genossenschaft vor Ort erleben und miteinander ins Gespräch kommen können.
Strategisch setzt Prokon weiter auf die Verbindung aus eigener erneuerbarer Stromerzeugung, Projektentwicklung und Bau, Energiehandel, Betrieb und Instandhaltung sowie internationalen Aktivitäten. Im vergangenen Jahr erhielt Prokon Genehmigungen für Windenergieprojekte mit insgesamt 131 Megawatt Leistung und sicherte sich EEG-Zuschläge für weitere 124 Megawatt. Auch Repowering rückt stärker in den Fokus: In Fleetmark sollen acht moderne Anlagen elf ältere Windenergieanlagen ersetzen.


Mit Blick auf die kommenden Jahre machte der Vorstand deutlich, dass die Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energien verlässlich bleiben müssen. Volatile Strommärkte, Netzengpässe, steigende Kosten, komplexe Genehmigungsverfahren und politische Unsicherheiten erschweren langfristige Investitionsentscheidungen.
„Das Stromsystem wird nicht günstiger, wenn Erneuerbare ausgebremst werden“, sagte Henning von Stechow. „Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, die Erneuerbare, Netze, Speicher, Digitalisierung und Flexibilität zusammendenken.“
Die Generalversammlung 2026 hat gezeigt: Prokon steht wirtschaftlich stabil da, bleibt strategisch auf den Ausbau Erneuerbarer Energien ausgerichtet und wird dabei von einer aktiven Mitgliedschaft getragen. So gestaltet die Genossenschaft die Energiewende weiter in Bürgerhand – gemeinschaftlich, langfristig und mit klarem Blick nach vorn.