Prokon zum Netzpaket 2026
Seit Beginn der Woche diskutiert die Branche den ersten Entwurf des Netzpakets 2026 zur Neuregulierung des Netzzugangs für Erneuerbare Energien. Prokon warnt eindringlich: Würde der Entwurf Gesetz, wären Investitionen in die Energiewende gefährdet, und der Ausbau der Erneuerbaren würde massiv ausgebremst.

„Bis heute wissen wir nicht, welche Regeln ab 2027 für unsere Projekte gelten werden. Wir investieren Tag für Tag in die Entwicklung unserer Projektpipeline – und bearbeiten Projekte, für die es möglicherweise keine Zukunft mehr gibt. Dieser ungewisse Zustand muss sich ändern.“
Henning von Stechow, Vorstandsvorsitzender der Prokon eG
Ausgleichsmechanismus bei Abregelungen von Erneuerbaren
Es braucht einen verbindlichen Ausgleichsmechanismus bei Abregelungen von Erneuerbaren Erzeugungsanlagen, mit klaren Übergangsfristen – auch in Regionen mit sehr hoher Erzeugungsleistung. „Die geplante Regelung würde Erzeugungsprojekte dort unwirtschaftlich machen, wo sie perspektivisch am günstigsten Strom erzeugen können“, so von Stechow.
Kostenbeteiligung am Netzausbau
Die Regeln zur Kostenbeteiligung am Netzausbau müssen transparent und volkswirtschaftlich sinnvoll sein, ohne kleine Akteure und Bürgerenergieprojekte zu benachteiligen. „Wenn kleine Betreiber aus dem Markt gedrängt werden, reduziert das dezentrale Teilhabe, schwächt den gesellschaftlichen Rückhalt und führt zu weniger lokalem Engagement beim Ausbau“, warnt von Stechow.
Netzanschluss-Regelung
Die geplante Netzanschluss-Regelung darf nicht zum Wachstumshemmnis werden. Wenn Netzbetreiber Anschlussbegehren depriorisieren können, drohen Intransparenz, politisierte Standortentscheidungen und Rechtsunsicherheit. „Die Energiewende braucht Mut und Tempo. Aber sie braucht vor allem verlässliche Rahmenbedingungen“, betont von Stechow.
Darüber hinaus fordert Prokon verlässliche, klare Rahmenbedingungen für die Branche. Spätestens ab 2027 muss ein neues, EU-beihilfekonformes Fördersystem für Erneuerbare Energien stehen, damit Investitionen tragfähig bleiben. Es muss klare Regeln für den Wechsel zwischen staatlicher Förderung und Stromlieferverträgen (PPAs) und einen Fokus auf Kostensenkung durch Netzausbau, Digitalisierung und Flexibilität geben.
Gleichzeitig warnt von Stechow vor dem abnehmenden gesellschaftlichen Rückhalt für die Energiewende: „Wir müssen vermitteln, dass eine auf erneuerbaren Energien basierende Stromversorgung und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig stärken.“
Prokon macht klar: Die Energiewende ist kein ideologisches Projekt, sondern eine wirtschaftliche, gesellschaftliche und sicherheitspolitische Notwendigkeit. „Wenn wir jetzt klug investieren, können wir in fünf bis zehn Jahren eines der günstigsten, grünsten und digitalsten Energiesysteme der Welt haben – zum Wohl der Industrie, der Bürger und des Landes“, so von Stechow.
Die Botschaft von Prokon an die Bundesregierung ist deutlich: Fokus, Tempo und klare Regeln sind nötig, um die Energiewende erfolgreich umzusetzen – insbesondere für Bürgerenergieprojekte, den Netzausbau und die Förderung erneuerbarer Energien ab 2027.
Welche Forderungen Prokon beim Bundeskongress genossenschaftliche Energiewende (DGRV) Ende Januar 2026 stellte, liest du in der Website News: