Turm, Gondel und Rotorblätter sind bereits demontiert und entsorgt – nun muss auch das darunterliegende Fundament entfernt werden. Jede der elf alten Windenergieanlagen im Windpark Fleetmark stand auf einem massiven, 13,5 x 13,5 Meter großen und rund 640 Tonnen schweren Betonblock. Diese Fundamente werden nun nach und nach abgebaut. „Abbruch“ nennt man das im Tiefbau-Fachjargon.
Dabei kommen zwei Bagger zum Einsatz, einer davon ausgestattet mit einem großen Stemmeisen. Drei bis vier Tage dauert es, bis die letzten Stahlbetonreste des 2,5 Meter tiefen Sockels abgetragen sind. Anschließend wird die Fundamentgrube fachgerecht mit Erde aufgefüllt und passend zur Bodenkultur in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt.
Den Betonbruch der alten Anlagen nutzt Prokon für den Ausbau der Zuwege zu den neuen Windenergieanlagen. Das gesamte Wegenetz im Windpark Fleetmark umfasst gut 6,5 Kilometer. Viele Abschnitte müssen neu angelegt und verbreitert werden, damit die Baufahrzeuge, darunter auch ausladende Schwertransporter, genug Platz haben.
„Für diesen Zweck können wir den Bruch ortsnah wiederverwerten und vermeiden gleichzeitig lange Transportwege zu Deponien“, sagt June Lim, Bauleiter Projektentwicklung bei Prokon. Auch für die Zweitverwertung gelten strenge gesetzliche Auflagen: „Proben der Betonrückstände wurden zunächst zur Schadstoffanalyse in ein Labor geschickt, um die Umweltverträglichkeit zu garantieren“, so Lim.


Parallel werden bereits die ersten Baugruben für das Repowering ausgehoben. Da die acht neuen, rund 170 Meter hohen Windenergieanlagen deutlich größer und schwerer sind, benötigen sie auch größere Fundamente. Auf 27,5 Meter Durchmesser kommen die runden Sockel. Inklusive Aushub, Befüllung und Aushärtung dauert es gut fünf bis sechs Wochen, bis sie fertig sind.
Anschließend kann der Turmbau für die neue Anlage beginnen. Der Beton wird aus einem nahegelegenen Betonwerk angeliefert. Die neuen Fundamente erfüllen sämtliche Umweltnormen und können später ebenfalls recycelt werden.
Erst einmal aber produzieren die acht neuen, deutlich leistungsstärkeren Windenergieanlagen mindestens 25 Jahre lang sauberen Strom aus windigen Höhen – und zwar dreimal so viel wie die elf alten Anlagen.